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AfD Rathausfraktion Wiesbaden
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AfD Rathausfraktion Wiesbaden Kommentar

Ist das Kunst oder kann das weg?

Zum Skulpturen-Entwurf vor dem RMCC –
Von Dr. Klaus-D. Lork 

In einem Dortmunder Museum säuberte im Jahre 2011 eine Putzfrau eine Gummiwanne. Leider gehörte der schmutzige Trog zu einer Installation des Künstlers Martin Kippenberger. Das Werk aus dem Jahr 1987 hatte einen Versicherungswert von etwa 800.000 Euro.

Noch bekannter wurde die sogenannte „Fettecke“ in den 80er Jahren. Der Künstler Joseph Beuys hatte 1982 eine Installation in einer Ecke seines Ateliers in der Düsseldorfer Kunstakademie erstellt. Diese bestand aus einem Paket mit 5 kg Butter, das er 2 Meter unterhalb der Decke angebracht hatte. 4 Jahre später, ein paar Monate nach Beuys Tod, hat der Hausmeister dieses mittlerweile ranzige und somit anrüchige Werk entfernt.

Letzteres Geschehen gilt als Geburtsstunde der berühmten Frage “Ist das Kunst oder kann das weg. Ich bin sicher, der eine oder andere Privat-Experte hätte die künstlerische Relevanz dieser Objekte auch nicht erkannt. Zumindest dann nicht, wenn man den „Künstler“ nicht kennt. Das mit der Definition von Kunst ist halt so eine Sache.

Das alles ist mir im Kopf rumgeschwirrt, als ich das Foto vom RMCC sah, in das der  Siegerentwurf von drei „amorphen, bunten Skulpturen“ hineinkopiert wurde. Aber mir kam auch das bekannte Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen in den Sinn. Wer es nicht kennt: Bei einem großen Festumzug zeigt sich der Kaiser in seinen neuen Kleidern dem Volk. Er ist aber einem betrügerischen Schneider aufgesessen und hat in Wirklichkeit nichts an. Im Volk traut sich aber keiner zu sagen, dass gar keine Kleider zu sehen sind, bis ein kleines Kind überrascht ausruft „Der Kaiser ist ja nackt!“. Das Kind aus dem Märchen würde beim Anblick dieser Skulpturen vielleicht rufen: „Das ist ja alles Plastikmüll!“.

Beim Bau des RMCC waren 500.000 Euro für „Kunst am Bau“ in den Etat aufgenommen worden. Der Siegerentwurf der ersten Ausschreibung, eine Skulptur der Künstlerin Monica Bonvici, erinnerte an einen Steinhaufen, wirkte sehr klobig und passte partout nicht zur eher filigranen Architektur des RMCC. Letztlich wurde er verworfen. Jetzt einfach den zweiten Sieger zu küren, kam nicht in Frage. Es musste eine neue Ausschreibung her. Durch diesen Flop waren allerdings  bereits 100.000 der vorgesehenen 500.000 Euro verbraucht.

Dieses Jahr wurde nun der neue Versuch gestartet und die städtische Gesellschaft TriWiCon, die für den Betrieb des RMCC verantwortlich ist, installierte ein Preisgericht mit Kunstexperten. Acht Künstler durften sich beteiligen. Die Fachjury kürte auch diesmal nur einen Sieger, es gewann die in Frankfurt lebende 37-jährige Bildhauerin Emilia Neumann. Über ihren Siegerentwurf, also die bereits genannten drei amorphen, bunten Skulpturen, heißt es in einer Pressmitteilung der Landeshauptstadt Wiesbaden vom 12. Oktober, dass ihnen „durch die Vermischung von Farbe und Materialien eine besondere Lebendigkeit zu eigen ist“. Und weiter: „Zur Formfindung nutzte Neumann Alltagsfundstücke, die sie miteinander derart durchdrang, dass man sich den Objekten von mehreren Seiten nähern werden kann. Ihre gewählten Farben und erzeugten Farbschlieren unterstreichen darüber hinaus ihre Selbstbestimmtheit im künstlerischen Prozess“. Das klingt doch super, oder nicht?

Manchmal frage ich mich, ob ein Künstler sich nicht einfach nur über die Kunstszene lustig macht. So wie Hape Kerkeling in seiner genialen Parodie auf zeitgenössische klassische Musik „Hurz!“. Dieser alte 6-minütge Sketch ist hier zu finden: https://www.facebook.com/watch/?v=297601204895747. Ich empfehle unbedingt, auf die ratlosen Zuhörer zu achten!  😉

 

Sicher, man kann jetzt viel in diese Objekte hineininterpretieren. Zum Beispiel einen Protest gegen die Plastikabfälle, die so im täglichen Leben anfallen. Aber muss Kunst immer eine Kritik beinhalten? Kann man sich nicht einfach an der Ästhetik erfreuen, am Wahren, Guten und Schönen? Muss man dem Müll ein Denkmal setzen? Es gäbe sicherlich andere Möglichkeiten, Auge und Geist zu erfreuen. Möglichkeiten, die besser mit dem Zweck des RMCC korrespondieren.