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BRANDBEKÄMPFUNG BEI E-FAHRZEUGEN – ANWORT DES MAGISTRATS BESTÄTIGT BEDENKEN DER AFD-FRAKTION

(Wiesbaden, 31.08.2020) Im November 2019 beschloss der Umweltausschuss auf Antrag der AfD-Fraktion, dass der Magistrat zum Status der Vorbereitung der Stadt auf die besonderen Herausforderungen hinsichtlich der Löschung von brennenden E-Fahrzeugen berichten solle.
Die Schwerpunkte unseres Berichtsantrags lagen auf der Ausstattung der Einsatzkräfte und auf der Löschproblematik unter erschwerten Bedingungen innerhalb von Parkhäusern und Tiefgaragen. Gemäß geltender Fristen hätte dem Ausschuss der Magistratsbericht schon im Mai 2020 vorliegen müssen. Erst jetzt, nach rund achteinhalb Monaten, liegt dieser tatsächlich vor – mit einem mehr als dürftigen Ergebnis.

Das Szenario ist kein neues, die Diskussion anhaltend: Wenn E-Autos in Brand geraten, stehen die Einsatzkräfte vor neuen Schwierigkeiten. Der Brand erfasst in Sekundenschnelle das gesamte Fahrzeug, lässt sich mit konventionellen Methoden kaum löschen, Türen lassen sich nicht öffnen, Schaltpläne des Fahrzeugherstellers müssen herangezogen werden, oft werden Kräne und Wassercontainer für den Abtransport und die Löschung benötigt. Wie ist die Situation in Wiesbaden im Fall der Fälle? Verfügt die Feuerwehr über entsprechende Ausrüstung und sind die Parkhäuser auf solche Szenarien ausgelegt?

OB MENDE MIT AUSWEICHENDER ANTWORT

Die Antwort des Magistrats, in diesem Falle des Oberbürgermeisters Mende, enthält hauptsächlich Allgemeinplätze wie diesen: „Die Feuerwehr Wiesbaden (Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr) ist eine den Erfordernissen entsprechend leistungsfähige Feuerwehr, die ihre Bedarfs und Entwicklungsplanung gemäß den aktuellen wie auch erkennbaren zukünftigen Herausforderungen erarbeitet und fortschreibt.“ Schön zu wissen, jedoch eine Selbstverständlichkeit und keine Antwort auf die konkrete Frage nach der spezifischen personellen und materiellen Ausstattung für Brandbekämpfung bei E-Fahrzeugen. Dass diese aber notwendig ist, zeigt allein dieses Beispiel: Für die Löschung eines brennenden Audi „E-Tron“ im Juli 2020 in Brandenburg, musste die örtliche Feuerwehr Container und Kran aus zwei weiteren Kommunen anfordern.

PROBLEM FÜR PARKHÄUSER UND TIEFGARAGEN VÖLLIG UNGELÖST

Ebenso unpräzise fällt auch die Beantwortung der nachfolgenden Fragen aus, in denen es um die Brandbekämpfung von E-Fahrzeugen in Parkhäusern und Tiefgaragen geht. Ein Auszug aus der Beantwortung: „Objekt- und szenarienübergreifend wird […] darauf hingewirkt, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.“ Auch hier stellt die Antwort eine Selbstverständlichkeit dar. Weiter heißt es, es fehle an „ausreichend validen Erfahrungswerten, um für den Einzelfall besondere Anforderungen aufzustellen […]“. Natürlich sind Fallbetrachtungen, bspw. hinsichtlich der baulichen Aspekte notwendig und richtig. Schwer zu glauben ist jedoch, dass die Feuerwehr hierzu bisher keine konkreten Vorstellungen hat oder Anforderungen stellen kann, insbesondere da die Anlagen zunehmend mit E-Ladestationen ausgerüstet werden. Sprinkleranlagen alleine sind wohl kaum als „wirksam“ zu bewerten.

VERANTWORTUNG NICHT AUF FEUERWEHR ABWÄLZEN

Alles in Allem erweckt die Beantwortung eher den Eindruck, dass der Magistrat – insbesondere Oberbürgermeister Mende – noch kein durchdachtes Konzept für den Umgang mit der Problematik präsentieren kann. Darüber hinaus scheint es der AfD-Fraktion nicht angemessen, die Feuerwehr als alleinigen Verantwortlichen in einer Frage darzustellen, in der die Weichen für den Ausbau der E-Mobilität aber von der Rathauskooperation, insbesondere dem Verkehrsdezernenten, gestellt wurden. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass es sich um einen Versuch seitens der Stadtregierung handelt, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen.

Feuerwehr sowie Einsatz- und Rettungskräfte in Wiesbaden haben unser Vertrauen und unseren Dank für ihre hervorragende Arbeit verdient. Man sollte sie hier nicht im Regen stehen lassen nach der Methode „Unsere Lösung, Euer Problem“.

Übrigens gab es gerade den ersten Vorfall in Wiesbaden, bei dem ein Hybrid-Auto ausbrannte. Totalschaden am allerersten Tag. https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/wiesbaden-nagelneues-hybrid-auto-brennt-beim-laden-aus_22174360?fbclid=IwAR2sYObQbyrUhBUncjT2mnaI2W0Z2n0AdTUf5oQwmOirAOvhltYBCRhNIZs

Unseren Antragstext finden Sie hier: https://piwi.wiesbaden.de/dokument/4/2383246

 

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