Beim Durchblättern des Kuriers sind wir auf diesen Beitrag gestoßen (https://www.wiesbadener-kurier.de/…/nach-vorfall…), der mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet hat:
„Awareness-Teams im Freibad Kleinfeldchen in Wiesbaden schützen Frauen und fördern respektvollen Umgang.“
Das Freibad Kleinfeldchen gibt es seit rund 75 Jahren. Wovor genau müssen Frauen dort heute plötzlich geschützt werden? Und warum kam das Freibad ein Dreivierteljahrhundert ohne „Awareness-Teams“ aus? Hat sich etwas verändert – und wenn ja, was genau?
Statistisch werden Männer deutlich häufiger Opfer von Gewalttaten als Frauen. Warum richtet sich dieses Angebot ausschließlich an Frauen? Weshalb werden Männer als potenzielle Opfer nicht gleichermaßen berücksichtigt?
„Die Awareness-Teams sind vor Ort ansprechbar und informieren über eine respektvolle und gleichberechtigte Schwimmbad- und Freizeitkultur.“
Gibt es für das Verhalten im Freibad nicht bereits eine Haus- bzw. Badeordnung? Welchen zusätzlichen Nutzen verspricht sich die Stadt von einer Belehrung erwachsener Badegäste durch „Awareness-Teams“?
„Wer sich mit der Frage ‚Ist Luisa hier?‘ an Mitarbeitende wendet, erhält Unterstützung. Die Mitarbeitenden sind für solche Fälle geschult und können Hilfe anbieten.“
Wenn die Mitarbeitenden ohnehin geschult sind und Unterstützung leisten können – weshalb werden dann zusätzlich „Awareness-Teams“ benötigt?
Welchen konkreten Mehrwert bietet der Code „Ist Luisa hier?“ gegenüber einer einfachen Bitte wie „Ich brauche Hilfe“?
„Wir sind dort, wo Jugendliche und junge Menschen sind und werben für ein respektvolles Miteinander.“
Ist die Vermittlung grundlegender Umgangsformen nicht in erster Linie Aufgabe des Elternhauses und der Schule? Weshalb sieht die Stadt es als ihre Aufgabe an, hierfür im Freibad spezielle Awareness-Teams einzusetzen?
Falls bei einzelnen Jugendlichen tatsächlich Defizite im Sozialverhalten bestehen: Erfolgt auch eine Einbindung der Erziehungsberechtigten oder beschränkt sich die Maßnahme auf allgemeine Appelle im Freibad?
Und eine letzte Frage wollen wir nicht vergessen: was kostet dieses “Awareness-Team” eigentlich?