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NACHLESE ZUM BÜRGERABEND E-MOBILITÄT

Bürgerabend Nachlese

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* * * NACHLESE ZUM BÜRGERABEND E-MOBILITÄT * * *

Am 15. August veranstaltete die AfD-Rathausfraktion einen Bürgerabend zum Thema „E-Mobilität – Ausweg oder Irrweg?“. Referent des Abends war Dipl.-Ing. Klaus Maier, Sprecher des Landesfachausschusses „Klima, Energie und Digitalisierung“ sowie Mitglied des entsprechenden Bundesfachausschusses.

Unser Stadtverordneter Dr. Klaus-Dieter Lork fasst den Abend für diejenigen zusammen, die nicht teilnehmen konnten:

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Der Fraktionsvorsitzende, Dr. Eckhard Müller, begrüßte die Gäste und stellte den Referenten vor. Fraktionsgeschäftsführerin Anja Philipp führte durch den gut besuchten Abend.

Klaus Maier versuchte gleich zu Anfang ein Stimmungsbild zu erheben und stellte den Gäste zwei Fragen:

1. Wie viele haben ein Elektrofahrzeug?
2. Wie viele wollen, dass der Staat diese fördert?

Auf die erste Frage meldeten sich immerhin 2 Personen. Einer von diesen hatte es als Zweitwagen für Kurzstrecken angeschafft, der zweite hatte ein E-Fahrzeug als Firmenwagen.
Eine staatliche Subventionierung wünschte sich niemand.

Dann fragte er in die Runde, wie lange es denn schon Elektro-PKWs gebe. Einer wusste sogar die genaue Antwort: der Lohner-Porsche-Rennwagen aus dem Jahr 1900 war das erste E-Automobil. Die Höchstgeschwindigkeit betrug damals 50 km/h.

KERNPUNKTE DES VORTRAGS

Maier stellte dann die Punkte vor, die er in seinem Vortrag behandeln würde:
• Was sind die Ziele der Umstellung auf E-Mobilität und sind diese erreichbar?
• Ist das Konzept im Großen umsetzbar?
• Auf welche Probleme wird das stoßen?
• Hilft es, die Welt zu retten?

Maier ging zunächst auch auf die Vorteile der E-Mobilität ein:
Fahrspaß durch fast geräuschloses fahren, eine schnelle Beschleunigung und die Möglichkeit, während des Einkaufs oder der Arbeit aufzuladen. Niedrigere Verbrauchskosten durch steuerliche und sonstige Subventionsvorteile, außerdem „Green Jobs“. Dann natürlich die Klima- und Umweltargumente wie schadstofffreies Fahren und erneuerbare Energien.
Maier führte aus, dass die Bundesregierung im Rahmen der sog. Klimarettung auf Elektromobilität umstellen will. Man erwartet, dass das Verkehrsaufkommen in allen Bereichen weiter steigen wird und wolle auf diese Weise der steigenden Erzeugung von CO2 entgegenwirken. Dabei werde versucht, mit überzogenen Schadstoffgrenzwerten und Fahrverboten die Elektromobilität durchzudrücken.

VOLKSWIRTSCHAFTLICHER SCHADEN

Maier betonte, dass man unterscheiden müsse zwischen der persönlichen Sicht und der gesellschaftlichen bzw. volkswirtschaftlichen Sicht. Will sagen, es mag für den Einzelnen in seiner individuellen Situation durchaus sinnvoll sein, ein Elektroauto anzuschaffen, für eine Umstellung des gesamten Verkehrsaufkommens auf E-Mobilität gebe es aber andere Kriterien.

AUTOINDUSTRIE SIEHT KEINEN ABSATZMARKT

Dann ging Maier auf die Autoindustrie der EU ein und sagte, diese würde nur widerwillig E-PKWs in ihre Palette aufnehmen, weil erstens bis zu 500.000 Arbeitsplätze wegfallen würde und zweitens zu wenige Kunden solche Fahrzeuge kaufen würden. Trotz der Kaufprämien!
Maier zitierte dann BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, der sagte: „Es gibt keine Kundenwünsche für batterieelektrische Autos. Keine!“ Dennoch haben die Automobilkonzerne – wegen des politischen und gesellschaftlichen Drucks – mittlerweile gigantische Anstrengungen bei dieser Technologie angekündigt.
Maier wies dazu noch auf einen interessanten Aspekt hin: Die Autohersteller können die CO2 -Grenzwerte nur dann einhalten, wenn sie in ihren Flotten elektrische Autos aufführen. Denn schließlich werden E-Fahrzeuge mit null CO2 -Emissionen gelistet. Wobei es egal ist, wie die CO2 -Emissionen bei der Batterieherstellung oder bei der Stromproduktion sind. Was für ein Wahnsinn!

TECHNISCHE MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN

Bis hierhin hatte Maier vor allem politisches Grundwissen vermittelt. Ab jetzt wurde es technischer.

1. Die Brennstoffzelle. Diese ist ein Energiewandler, bei der ein Gas (meistens Wasserstoff) in Strom umgewandelt wird. Der Wirkungsgrad (—> Kasten) ist gut und liegt bei η = 0,5.
2. Wasserstoff. Dies ist ein energiereiches Gas, das völlig unschädlich zu Wasser verbrennt. Wasserstoff ist aus VEE-Strom (—> Kasten) erzeugbar, η = 0,7. Allerdings ist Transport und Lagerung schwierig (nur flüssig und unter sehr hohem Druck). Zudem liegt der Energiegehalt nur bei rund einem Fünftel des Benzins.

Nachfolgend werden die alternativen Antriebsmöglichkeiten für den Verkehr, wenn man auf fossile Brennstoffe verzichten will, zusammengestellt:
(1) Energiespeicher: Batterie. Diese ist für die Bundesregierung die Lösung. Auf die Probleme kam Maier später noch zu sprechen.
(2) Energie direkt aus dem Stromnetz. Dazu zählen die Oberleitungsbusse (Trollybusse) sowie elektrifizierte Autobahnen. Von letzteren gibt es ein Pilotprojekt für LKWs.
(3) Energiespeicher: Wasserstofftank, Wandler: Brennstoffzelle. Hier wird die Energie des Wasserstoffs über eine Brennstoffzelle in Strom umgewandelt, der dann als Antriebskraft dient.
(4) Energiespeicher: Wasserstofftank, Antrieb: Wasserstoffmotor. Hier wird die Energie des Wasserstoffs direkt über einen Motor in Antriebskraft gewandelt.
5) Energiespeicher: Gastank, Wandler: Brennstoffzelle. Wie (3) nur wird hier Methan, statt Wasserstoff verwendet. Dieses ist leichter zu handhaben.
(6) Energiespeicher: Gastank, Antrieb: Gasmotor. Wie (4) nur wird hier Methan, statt Wasserstoff verwendet.
(7) Energiespeicher: Kraftstofftank, Antrieb: Verbrennungsmotor. Hier wird via VEE Wasserstoff erzeugt, der dann chemisch in einen Kraftstoff umgewandelt wird. Man spricht hier auch von „synthetischen Kraftstoffen“. Der Vorteil ist, dass man die herkömmlichen Fahrzeuge und das Tankstellennetz verwenden kann.
(8) Energiespeicher: Kraftstofftank, Wandler: Generator. Wie (7), jedoch wird der synthetische Kraftstoff in Elektroenergie gewandelt.

DER WIRKUNGSGRAD ALTERNATIVER ANTRIEBE

Man muss in der Kalkulation auch die Wirkungsgrade einbeziehen. Dieser liegt bei den Batteriespeichern (1) immerhin bei 70%, aber bei (3) bei 23%, bei (4) bei 15% und bei (7) gerade noch bei 13%. Nimmt man die Batteriespeicher als Standard, dann muss man demgegenüber bei den synthetischen Kraftstoffen (7) die gut 5-fache Leistung an VEE aufbringen. Das sind katastrophale Werte!

DAS PROBLEM DER INFRASTRUKTURUMSTELLUNG

Dann kam Maier auf die Ladeinfrastruktur zu sprechen und belegte, dass man bei einer vollen Umstellung auf E-Mobilität 100 mal so viele Standard-Ladepunkte benötige, wie es heute Tanksäulen an Autobahnen gibt. Das Investitionsvolumen nur dafür läge bei ca. 100 Mrd. €. Wohlgemerkt ohne Netzanschluss und Netzausbau. Dazu bräuchte man über Jahre eine doppelte Infrastruktur. Und vor allem müssten die Netze umgebaut und verstärkt werden.
Maier ging dann auf die CO2 -Bilanz der E-Mobilität ein. Er machte darauf aufmerksam, dass solange der Strom nicht annähernd aus 100% EE stammt, der Mehrverbrauch durch konventionelle Kraftwerke zusätzlich zu erbringen ist. Zudem werden die CO2 -Emissionen nur zu den Kraftwerken verlagert.

UMWELTSCHÄDEN DURCH BATTERIEPRODUKTION

Zwischendrin thematisierte Maier noch die Nachteile der Batterietechnik, und die sind in der Tat gravierend. Alleine bei der Herstellung einer 50kWh-Batterie werden rund 9 Tonnen CO2 freigesetzt, ohne dass auch nur 1 km gefahren wurde. Dies entspricht ca. 70.000 km Fahrleistung bei einem Auto mit Verbrennungsmotor.
Dazu kommt, dass die Gewinnung der Rohstoffe wie Lithium und Kobalt sehr problematisch ist. Maier zeigte ein Video, das die Umweltschäden durch die Lithiumgewinnung in Chile zeigte. Außerdem, wie das Kobalt im Kongo unter menschenunwürdigen Bedingungen, z.T. mit Kinderarbeit gewonnen wird.

KEIN EFFEKT AUF CO2-BILANZ

Schließlich kam Maier auf die CO2 -Bilanz zurück und zeigte dazu Diagramme, aus denen man die CO2 -Ersparnisse eines E-PKWs im Vergleich zu einem herkömmlichen PKW ablesen kann. Diese Ersparnis ist über eine Laufzeit von 20 Jahren vernachlässigbar – selbst dann, wenn der Energiemix völlig frei ist von Strom aus Kohlekraftwerken. Das liegt daran, dass es Strom aus reinen EE wohl niemals geben wird. Und natürlich auch daran, dass die Batterien den genannten CO2 -Rucksack aus der Produktion mitschleppen.

ZUSAMMENFASSUNG

• E-Mobilität ist untauglich, den PKW mit Verbrennungsmotor zu ersetzen (Ladedauer, Reichweite, Kosten)
• Die grundsätzliche Umstellung auf E-Mobilität verursacht erhebliche volkswirtschaftliche Probleme und Kosten
• E-Mobilität löst nicht das CO2 -Problem, sondern verlagert es nur
• Gigantische Rohstoffmengen pro Jahr sind nötig, mit höchst problematischen Folgen

Schließlich verwies Maier noch auf seinen YouTube-Kanal mit interessanten Videos zum Thema: https://tinyurl.com/y43dauvu

NEUESTE KERNKRAFTTECHNIK KÖNNTE DIE LÖSUNG SEIN

Die anschließende Fragerunde wurde von den Gästen rege genutzt. Eine Frage war, welche Energieform Maier empfehlen würde, wenn CO2 zu sparen tatsächlich sinnvoll wäre. Er antwortete, er würde die Kernkraft nutzen, denn mittlerweile gebe es Technologien, mit denen man die „verbrauchten“ Uranstäbe noch weiter „abbrennen“ kann, sodass die Halbwertszeiten von zehntausenden Jahren auf wenige Jahrzehnte verkürzt werden können, was die Endlagerung wesentlich unproblematischer macht.

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